Wie du deine innere Landschaft aufnimmst

Es ist eine Weile her, seit ich meinen letzten Artikel schrieb. Heute bin ich jedoch inspiriert darüber zu schreiben, wie du deine innere Landschaft aufnimmst – und wie du anderen helfen kannst, indem du dein Erlebnis mit ihnen teilst. 

Eine meiner grössten Leidenschaften ist ein Sport, der Orientierungslauf genannt wird. Meine Absicht mit diesem Artikel ist nicht, dir hierzu eine komplette Einführung zu geben, jedoch glaube ich, dass eine kurze Erklärung nützlich sein könnte. Hier ist eine Zusammenfassung, die ich auf der Webseite von RMOC gefunden habe. RMOC steht für Rocky Mountain Orienteering Club, und ich bin Mitglied dieses Vereins.

“Du nutzst eine Karte und einen Kompass um eine Serie von Kontrollpunkten zu lokalisieren, die auf einer speziellen topografischen Karte aufgeführt sind. Du wählst die Route, entweder auf oder abseits von Wegen, die dir helfen wird, alle Kontrollpunkte zu finden und so rasch wie möglich zur Ziellinie zu finden. Jeder Kontrollpunkt (oder “Posten”) ist ein spezielles auf der Karte aufgeführtes Objekt, wie beispielsweise eine Wegkreuzung, ein Stein, ein Hügel usw. Die Posten sind mit orange-weiss-farbigen Flaggen markiert. Orientierungslauf wird oft als “der denkende Sport” bezeichnet, weil dazu Kartenlesen, Problemlösen, rasche Entscheidungsfindung sowie athletische Fähigkeiten und allgemeine physische Fitness benötigt werden.”

Nachdem ich von der Schweiz in die USA gezogen bin, wurde Denver seit 2014 mein Zuhause. Der Hauptgrund ist, dass meine geliebte Partnerin Eunjung seit 2000 hier lebt, als sie von Kalifornien nach Colorado umzog. Ich finde einige Ähnlichkeiten zwischen der Schweiz und Colorado, speziell wenn ich Zeit draussen in der Natur verbringe. Es gibt hohe Berge (58 in Colorado, die höher sind als 14’000 Feet (4267 Meter) und 24 in der Schweiz oberhalb von 4000 Meter) und viele Seen. In Colorado gibt es über 2000 natürliche Seen, Wasserreservoirs, und ausreichend Flüsse, um jeden Wasserliebhaber glücklich zu machen. Auch in der Schweiz gibt es mehrere tausend Seen.

Nach meinem Umzug nach Denver sind Eunjung und ich für viele Wanderungen und Ausflüge in die wunderschönen Rocky Mountains gegangen. Von Anfang an dachte ich, dass einige Gegenden hervorragendes Gelände und Landschaften für Orientierungslauf bietet, und ich stellte mir vor, wie wunderbar es wäre, hier einige Orientierungslaufkarten herzustellen. Also habe ich einen Freund aus der Schweiz gefragt, mit dem ich für verschiedene Kartenprojekte zusammenarbeitete, ob er eine Idee hat, wie ich hier einen Orientierungslaufklub finden kann und habe auch online Recherche gemacht. So habe ich RMOC vor 2 Jahren gefunden.

Nach dem ursprünglichen Treffen mit dem Vizepräsidenten des Vereins, haben wir uns entschieden, dass ich einige Karten für sie machen werde. Zuerst habe ich ein 5,5 km2 grosses Gelände kartiert, dass “White Ranch” genannt wird und sich in der Nähe von Golden, Colorado befindet. Letzte Woche habe ich ein weiteres, mit 9,5 km2 noch grösseres Kartenprojekt abgeschlossen. Die Gegend heisst “Tahosa” und befindet sich in der Nähe von Nederland, Colorado.

Orientierungslaufkarten gehören zu den detailliertesten erhältlichen topografischen Karten. Auch wenn sie ähnlich wie herkömmliche topografische Karten oder Wanderkarten sind, sind sie grösser (in einem kleineren Massstab, üblicherweise 1:10’000 oder 1:15’000), bieten mehr Details und sind genauer und aktueller. Die Herstellung einer solchen Karte benötigt viel Zeit, sowie umfassende Fähigkeiten und viel Erfahrung. Sie sind viel detaillierter als allgemeine topografische Karten und beinhalten Standardsymbole, die für alle nützlich sind, egal was für eine Sprache jemand spricht.

Zusätzlich zu den Höhekurven, die Bestandteil aller topografischer Karten sind, zeigen Orientierunglaufkarten eine Vielfalt von bedeutenden Objekten wie zum Beispiel Vegetationsdichte, verschiedene Gewässersymbole, Lichtungen, Wege, Strassen, Böschungen, Felsen, Graben, Quellen, Senken, Zäune, Stromleitungen, Gebäude und Steine. Damit eine Karte verlässlich ist, ist Genauigkeit essenziel. Eine Karte muss für jemanden der sie nutzt relevant sein, indem sie das Gelände weder mit zu vielen noch zu wenigen Details darstellt.

So lange ich mich erinnern kann, war ich immer von Karten fasziniert. Wenn ich seit meiner Kindheit eine Weltkarte anschaute, stellte ich mir vor, wie aufregend es wäre, in andere Länder zu reisen und andere Teile der Welt zu erkunden. Seither war ich in 33 Ländern, und ich glaube es gibt kein einziges Land, das ich nicht teilweise durch die Perspektive eines Kartografen betrachtet habe. Als ich später während meiner Schulzeit Geografie lernte, habe ich viele Stunden mit dem Atlas verbracht und am meisten immer wieder die wunderbaren Karten aus aller Welt genau studiert.

Ich war so gesegnet, dass meine Eltern ein Zuhause wählten, wo wir in der Nähe der Natur und eines Waldes leben konnten. Also spielten mein Bruder und ich oft draussen in der Natur statt zu viel fernzusehen oder Computergames zu spielen. Von einem jungen Alter an war ich sehr gut im Laufsport, speziell in längeren Distanzen, und ich war bekannt als jüngster Organisator einer Laufveranstaltung in der Schweiz, die “Studweidlauf” hiess. Was bei der ersten Ausgabe 1985 mit 19 Teilnehmern anfing, wuchs bis 1994 in einen grossen Event mit fast 300 Jugendlichen.

Während ich immer Freiheit fand, wenn ich rennen ging, fühlte ich mich auch ein bisschen gelangweilt, auf Strassen oder Wanderwegen unterwegs zu sein. Als ich 12 war, habe ich Orientierunglauf entdeckt. Ich habe meinen ersten Wettkampf gemeinsam mit meinem Bruder gemacht, ohne dass wir eine Ahnung hatten, wie man eine solche Karte liest. Vor dem Start war ich überzeugt, dass es kein Problem sein würde, weil wir beide ziemlich schnell waren und bereits viele Stunden spielend in Wäldern verbrachten.

Das erste Erlebnis war verheerend: Wir brauchten über 1,5 Stunden für eine kurze 3 Kilometer lange Bahn. Wir verirrten uns mehrfach, obwohl es in einem Wald mit vielen Wegen war und wir in einer Anfängerkategorie teilnahmen. Auch sind wir beide in ein Sumpfloch gefallen. Als wir schliesslich die Ziellinie erreichten, waren wir von Kopf bis Fuss mit Schlamm bedeckt, und die Veranstalter waren bereits daran, den Zielbereich aufzuräumen.

Es war Spätherbst, also fing es an, früher einzudunkeln. Wir waren die Letzten im Ziel, wo unsere Mutter mit zunehmenden Sorgen auf uns wartete. Die Veranstalter waren kurz davor, eine Suchaktion zu starten. Mein Ehrgeiz war getriggert und im kommenden Jahr habe ich einen 1-wöchigen Kurs absolviert, wo ich korrekt alles lernte, um ab da ein besseres Erlebnis im Wald zu haben.

Also entwickelten sich meine Fähigkeiten laufend weiter. Kurz danach habe ich meine erste Schritte mit Kartenaufnehmen gemacht. Auch hier hatte ich zuerst kein angemessenes Training oder Einführung. Ich arbeitete ohne Kartengrundlage und nutze ein leeres Blatt Papier und ein Bleistift sowie meinen Kompass. Die Gelände, die ich zuerst kartierte, waren unsere Nachbarschaft und Schulgelände, sowie einige kleine Waldstücke in der Nähe von Spiez, wo ich in der Schweiz aufwuchs.

Mein Enthusiasmus mit Kartenaufnahme wurde im Orientierungslaufklub bemerkt, wo ich Mitglied war. Es war im Sommer 1991 als ich im Alter von 15 gemeinsam mit einem Freund mit mehr Erfahrung die erste “offizielle” Karte des Waldes herstellte, den ich immer gemeinsam mit meinem Bruder erkundete. Ich brauchte mehr als 60 Stunden, um ein 0,5 km2 grosses Gelände zu kartieren, während ich heute je nach Detailreichtum und Komplexität eines Geländes ungefähr 30 – 40 Stunden für 1 km2 benötige. Wie lange es vor 25 Jahren auch dauerte: meine Faszination solche Karten herzustellen war geboren.

Seither habe ich ungefähr 20 verschiedene Gelände kartiert, und diese Arbeit fand seinen Höhepunkt mit dem Projekt Tahosa, das ich kürzlich abschloss. Dieses Projekt war aus verschiedenen Gründen ausserordentlich. Es ist sehr hoch gelegen, das von mir kartierte Gelände befindet sich zwischen 2700 und fast 3000 Meter und ist das spektakulärste Gelände, das ich jemals kartierte oder in dem ich Orientierungslauf machte. Es gibt eine grosse Vielfalt mit mehrheitlich prächtigem und offenem Bergwald, einige Gebiete mit dichter Vegetation und sumpfigen Teilen sowie nur ganz wenige Wanderwege. Das Gelände ist sehr urtümlich und beinhält magische Gegenden mit kleinen Bergseen.

Einer der Hauptgründe wieso RMOC sich entschied, dieses neue Kartenprojekt zu machen ist, dass es sich beim “Tahosa High Adventure Alpine Base Camp” der “Boy Scouts of America” befindet. Die Einrichtungen reichen von rustikalen Zeltplätzen bis zu Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert, die mit mehr modernem Komfort renoviert wurden. Der abgelegene Ort bietet eine ideale Kulisse in der Wildnis für Sternguckerei, Wandern, Kanufahren, Mountainbiken, Fischen und viele andere Aktivitäten. Für andere Kartenprojekte musste ich zuerst immer ins Gelände und wieder zurück fahren. Dieses Mal konnte ich jedoch in einer der kleinen Hütten übernachten und so direkt von dort aus arbeiten gehen.

Um die Geländeaufnahmen für dieses 9,5 km2 grosse Projekt abzuschliessen, war ich insgesamt 290 Stunden in mehrheitlich unberührtem Gebiet, aufgeteilt in 40 Tage und 11 Aufenthalte. Dabei hatte ich auch prägende Begegnungen, während ich diese Gegend mit der Tierwelt teilte. Genauer ausgedrückt haben die Tiere ihr Zuhause mit mir geteilt. Weil die Gegend so abgelegen und hoch in den Bergen liegt, gibt es dort auch Moose (Elentiere), Elche, Bären und Berglöwen. Natürlich hatte ich bereits zuvor zahlreiche Begegnungen mit Tieren wenn ich andere Projekte kartierte, jedoch war es dieses Mal ein viel intensiveres Erlebnis.

Ich bin dankbar, dass während der ganzen Dauer meiner Arbeit im Gelände alles gut ging, auch wenn ich zwei Mal einen Elch hatte, der mich herausforderte (ab Mitte September beginnt die Paarungszeit), sowie eine weitere Begegnung mit einem Moose in einer der dichteren sumpfigen Gegenden. Es war am vorletzten Tag als ich plötzlich ein sehr lautes Geräusch aus der Nähe hörte. Es hat fast so getönt wie ein Dinosaurier in einem der Jurrasic Park Filme. Ich kriegte Hühnerhaut an meinem ganzen Körper und konnte fühlen, dass ich im Territorium dieses Moose nicht willkommen war.

Also tat ich, was mir für solche Situationen beigebracht wurde: ich rannte so rasch ich konnte weg und schaute für einen grossen Baum oder Stein, wo ich mich verbergen konnte. Dies ist nicht etwas, was du mit allen Begegnungen in der Wildnis tust, wenn du zum Beispiel einen Bären oder einen Berglöwen siehst, musst du dich behaupten und grösser machen. Jedoch hast du im Fall einer Begegnung mit einem Moose keine Chance, dass du so gewinnen wirst. Im Gegensatz dazu habe ich auch kleinere, niedliche Tiere wie viele Vögel, Hasen oder Eichhörnchen gesehen. Sie waren neugierig was ich tat, und wir wurden über die Zeit Freunde.

Der Titel dieses Artikels ist “Wie du deine innere Landschaft aufnimmst”. Während ich an diesem Projekt arbeitete, habe ich das kartiert, was ich als relevant fand, so dass andere später ihren Weg durch das gleiche Gelände finden können. Während ich am Projekt weiterarbeitete, wurde ich mir immer wie bewusster, dass ich auch eine Karte meiner inneren Landschaft machte. Ich denke, dass alle, die alleine längere Zeit in abgelegener Landschaft oder Wildnis verbrachten, zustimmen, dass du dabei sehr roh und nackt wirst.

Diese Erfahrung war ähnlich wie eine gehende Meditation. Während dieses Kartenprojekts weiter fortschritt, wurde ich mir meiner Gedanken, Emotionen und körperlichen Wahrnehmungen zunehmend bewusst, weil es niemanden um mich herum gab und ich meiner inneren und äusseren Umgebung sehr bewusst wurde. Es ist schwieriger, ein solches Erlebnis zu haben, wenn du in einer Stadt bist, weil es dort viel Ablenkung gibt und viele andere den Lebensraum mit dir teilen.

Ich habe zuvor erwähnt, dass Orientierungslaufkarten viele Details haben. Genauso wie wir uns zunehmend bewusst werden, was uns umgibt wenn wir einige Zeit in der Natur verbringen, können wir symbolisch viele Aspekte, in dem was ich als “unsere innere Landschaft” bezeichne, wahrnehmen.

Zum Beispiel musst du manchmal über grosse Hindernisse klettern oder einen Umweg finden, wenn du versuchst, ein Ziel zu erreichen. Du kannst an eine Kreuzung auf deinem Weg kommen wo du entscheiden musst, in welche Richtung du als nächstes gehst. Oder du triffst auf andere, die einen Zaun um das gebaut haben, wovon sie denken, dass es ihr Territorium ist. Andererseits entdeckst du plötzlich neue Bäche, Quellen und andere Ressourcen in dir und anderen, und erlebst viel Freude, wenn du zu Lichtungen und Öffnungen findest (oder andere dorthin begleitest), wenn du einen neuen Lebensweg gehst.

Kurz bevor ich anfing diesen Artikel zu schreiben, stiess ich heute auf das folgende Zitat von Rod Stryker. Er ist einer der bekanntesten Yoga- und Meditationslehrer in den USA, und ich habe das Glück, seit diesem Jahr von ihm zu lernen:

“Unsere Welt wird immer wie komplizierter. Und je komplizierter es wird, desto weniger Antworten haben wir zu den Schwierigkeiten, durch die wir hindurchgehen. Dies ist eine wunderbare Sache. Weil es uns dazu zwingt tiefer hinzusehen, was wahrhaftig und wirklich ist. Wir werden dazu gezwungen, tiefer zu gehen und die richtigen Fragen zu stellen … wer wir sind, wie unsere Natur in Bezug auf die Welt ist, und wie wir das Mysterium enthüllen können, was es bedeutet, ein Leben zu haben, und eine vollkommende Person zu werden.”

Bevor du nun also weiterliest, lade ich dich ein, einen Moment innezuhalten und zu den folgenden Fragen zu reflektieren, die durch dieses Zitat sowie mein kürzliches Kartenprojekt inspiriert wurden:

• Wie oft (täglich, wöchentlich, jährlich) stoppe ich meine Aktivitäten und werde mir bewusst, wie meine innere Landschaft aussieht, tönt und sich anfühlt?

• Wie oft halte ich an und nehme die immense Schönheit und die dichteren, sumpfigeren Gegenden meiner inneren Landschaft war?

• Wie oft nehme ich die innere Landschaft von jemandem, mit dem ich einen Moment teile oder einen Teil meines Lebensweg gemeinsam gehe, wirklich wahr?

Nachdem du einige Antworten zu diesen Fragen gefunden hast und sie im Idealfall auch aufschreibst, nimm dir bitte noch mehr Zeit, um über diese Fragen nachzudenken:

• Was ist wahrhaftig und wirklich für mich?

• Woher komme ich?

• Wo wähle ich hinzugehen?

• Welche Wege kann ich wählen?

• Welche Kontrollpunkte (oder Posten) sind da für mich?

• Welche Kontrollpunkte möchte ich für andere hinterlassen?

• Wo (und wer) bin ich jetzt gerade?

Während ich an meinem letzten Kartenprojekt arbeitete, verirrte ich mich einmal, weil ich plötzlich in einer anderen Gegend landete, als auf meiner Kartengrundlage war. Es dauerte recht lange, bis ich meinen Weg zurückfand. Zuerst versuchte ich erfolglos zu einem der kleinen Bergseen zurückzufinden, den ich am Vortag kartierte. Alles was übrig blieb war meinen Kompass zu nehmen und Richtung Norden zu gehen, bis ich 40 Minuten später zum nächsten Wanderweg gelangte.

Wenn ich auf meine innere Landschaft schaue, erkenne ich, dass ich mich auf meinem Lebensweg einige Male verirrte, und dass es manchmal länger wie 40 Minuten dauerte, um den Weg zurückzufinden. Dies ist einer der Gründe, wieso ich so leidenschaftlich bin, Karten für andere herzustellen, damit sie ihren Weg durchs Gelände finden können, oder anderen durch meine Arbeit als Coach zu helfen, eigene Karten ihrer inneren Landschaft aufzunehmen.

Bisher habe ich nur über einen der beiden Hauptaspekte geschrieben, was es braucht, um ein Kartenprojekt abzuschliessen. Der erste Teil ist die Aufnahme des Geländes, und der zweite Teil ist die Kartenzeichung. Im Kontext der Herstellung einer Orientierungslaufkarte habe ich ein bestimmtes Vorgehen. Zuerst scanne ich meine detaillierten Notizen aus dem Wald, und zeichne sie anschliessend mit einem speziellen OCAD Program. Dieses Unternehmen befindet sich in der Schweiz und wurde dort gegründet. Seit ich 1993 zum ersten Mal selbst mit einer der ersten Versionen arbeitete, gab es viele Updates dieser Software.

Wann auch immer mich andere fragen, worum es bei diesem “Kartending” geht, antworte ich immer, dass die Herstellung einer Karte für mich wie “die Natur durch Kunst auszudrücken” ist. Vermutlich verbringe ich mehr Zeit damit, ein schönes Design und Layout einer Karte zu machen als andere Kartenaufnehmer, weil ich es immer sehr schätze, mich mit einer gut lesbaren Karte zu orientieren. Es hilft mir auch, dem Kartenhersteller mehr zu vertrauen.

An diesem Punkt magst du dich nun vielleicht wundern, wie sich dies alles auf deine aktuelle Lebenssituation oder wie es sich aufs Aufnehmen deiner inneren Landschaft bezieht? Sobald du anfängst, deine innere Arbeit zu tun und mehr Klarheit zu deiner Lebenskarte hast – was auch Begleiter zu deiner Bestimmung sein kann – ist die nächste Frage, wie du dies nun weiter verfeinern, und deine Gaben und Talente teilen kannst.

Nachdem du deine innere Landkarte aufgenommen hast, wird es zur Kunst zu entdecken, wie du diese Gaben bestmöglichst kommunizieren und zum Ausdruck bringen kannst. Je mehr Zeit, Energie und andere Ressourcen du investierst, je mehr Möglichkeiten bieten sich dir, sie zu teilen. Worin auch immer du leidenschaftlich bist: symbolisch ausgedrückt teilst du es mit der Welt durch deinen künstlerischen Ausdruck.

Manchmal wundere ich mich, wie es möglich war bis zu 8 – 9 Stunden täglich, bis hin zu 7 aufeinanderfolgenden Tagen, in diesem hoch gelegenen Gelände unterwegs zu sein. Um fit zu bleiben, war es sehr wichtig, genügend zu trinken. Ich trank bis zu 7 Liter Wasser pro Tag. Gleichzeitig erhielt ich viel nährende Energie der unberührten Natur und der Pflanzen- und Tierwelt um mich herum.

Ich möchte mit einem Artikel zu einer Methode aus Japan abschliessen, die “Forest Bathing” (im Wald baden) genannt wird und wissenschaftlich beweist, dass sie die Gesundheit verbessert. Zusammengefasst sagt dieser Artikel, dass es wissenschaftliche Beweise gibt, die etwas das “Eco-Therapie” genannt wird, unterstützt.

Die Methode des “Forest Bathing” hat erwiesen, dass sie Herzfrequenz und Blutdruck reduziert, Stresshormonproduktion verringert, das Immunsystem steigert und das allgemeine Wohlbefinden verbessert. “Forest Bathing” – was im Grund genommen einfach in der Anwesenheit von Bäumen sein ist – wurde vor 36 Jahren Teil eines nationalen öffentlichen Gesundheitsprograms in Japan. Falls du möchtest, kannst du den gesamten (englischsprachigen) Artikel hier lesen: http://qz.com/804022/health-benefits-japanese-forest-bathing/ Zudem lade ich dich, ein dieses brilliante Video auf YouTube anzusehen:  https://www.youtube.com/watch?v=y-wHq6yY2CI

Am Ende des Artikels zu “Forest Bathing” gibt es eine Beschreibung einer grossartigen Übung, die ich selbst ein paar Mal ausprobierte und mit einigen meiner Klienten teilte. Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, sie auch mit dir zu teilen. Wenn du nächstes Mal in die Natur gehst, nimmst du am Anfang deines Weges ganz einfach einen Stein, dann legst du ein Problem in den Stein und lässt ihn fallen. Wenn du an diesem Punkt deines Weges denkst, dass du ein Problem nicht so einfach loslassen kannst, kannst du deine Sorgen auf deinem Rückweg wieder aufheben. Nachdem jemand einige Zeit in der Natur verbracht hat, tut dies überlicherweise jedoch niemand.

Um anzufangen deine innere Landschaft aufzunehmen und das Mysterium zu enthüllen was es bedeutet ein Leben zu haben: Verbring ausreichend Zeit, dich mit der Natur zu verbinden, und versuche Antworten zu den Fragen zu finden, die ich früher in diesem Artikel erwähnte. Schreib deine Anworten auf, und teile deine Erfahrungen und Einsichten mit anderen, so wie ich es heute tue.

Falls du fühlst, noch tiefer zu gehen, kannst du auch nochmals mit den Inhalten meiner Newsletter vom letzten Jahr zu arbeiten. Es war eine 9-wöchige Serie zum Thema, wie du deine Bestimmung finden kannst. Teile mir bitte mit, falls du diese Artikel nicht mehr hast, oder falls du bisher noch nicht zu meinen Newletter angemeldet bist. Es wäre meine Freude, sie dir nochmals zu senden.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=LFTthp6c_0g

Fotos: http://yvesnager.com/?page_id=3784

 

 

Comments are closed.